Gespräch über Gott Teil 1

Charles Kunow (im folgenden mit CK abgekürzt) fragt:

Was ist der Unterschied zwischen dir und Gott?

Aber Charles, du hast doch gesagt, wir sind göttlich und wir sind Liebe.

CK: Ja, das stimmt und wir Menschen trennen uns davon.

Wie das? Und wozu?

CK: Nun, um Erfahrungen zu machen.

Ja, aber wenn doch alles göttlich ist…

CK: Richtig dann ist auch deine Erfahrung göttlich.

Das kann doch nicht sein, das ist doch jetzt Quatsch von dir… das ist doch ein Paradox!

CK: Hm, Ja oder Nein.

Also jetzt mal, das mag ich verstehen…

CK: OK.

Wie OK?

CK: Nun, was ist der Unterschied zwischen Gott und dir? Was ist der Unterschied zwischen der Liebe und dir?  Was ist da zwischen dir und dem Universum?

Ja eben, das kann ich nicht sehen!

CK: Na ja, die Frage kennst du ja schon:

„Was stellst du zwischen dich und dem Göttlichen? Dich und der Liebe? Dich und dem Universum?“

Stell ich da was dazwischen?

CK: Na hast du keinen freien Willen?

Du sagtest, das mit dem freien Willen ist Illusion. Der freie Wille besteht nicht wirklich. Unser Verstand meint das nur und das führt zu Trennung und Schmerz.

CK: Ja.

Ah schon wieder ein Paradox…

CK: Nun, einem Kind gibst du ein Lenkrad und es fährt begeistert damit Auto, tagelang. Es lernt dabei sogar etwas über das Autofahren. Dabei ist das auch noch umweltfreundlich und trainiert seine Fitness.

Ja eben… und das ist kein Auto…

CK: Oh, tauch mal ein in die Erlebniswelt des Kindes. Da ist sehr wohl ein wunderbares Auto, das sich bis jetzt deiner Vorstellungskraft entzieht. Wow, du siehst da kein Auto, du siehst ein dummes Kind in einer Scheinwelt.

Da ist kein Auto …

CK: Hm, sag das dem Kind. Es wird traurig sein, vielleicht weint es.

Ja, wenn es erkennt, dass da kein Auto ist…

CK: Nein, es hat Mitgefühl mit dir, über dich und wie du die Welt begrenzt.

Aber das Kind ist doch begrenzt.

CK: Siehst du, das ist der Unterscheid zwischen dir und der Welt.

Was soll der Unterscheid sein?

CK: Das Kind hat ein „Ja“, du hast ein „Nein“.

Naja, dieses Kind ist in seiner Phantasiewelt!

CK: Das Kind ist gerne bereit, dass du mit einsteigst in sein Auto und mitfährst.

Wie soll das gehen?

CK: Nun, ein zweites Kind kommt dazu  – es fährt mit Freuden mit.

Na ja, diese Kinder…

CK: Steht da Quatsch in der Bibel?

„Erst wenn ihr werdet wie die Kinder, werdet ihr eingehen in das Himmelsreich.“

Na ja, was mag das schon bedeuten?

CK: Eben, was mag das schon bedeuten? Es beschreibt, wie du die Trennung zwischen dir und Gott, zwischen dir und dem Göttlichen herstellst. Gestern sagtest du: Wow, die Suppe ist göttlich – was ist denn da drin?

Ja, die war göttlich – was war denn da drin?

CK: Na ja, Gott hat sich da rein entspannt und dann hat er sich in dich entspannt…

Oh dann habe ich Gott gegessen?

CK: Ja du hast ihn dir einverleibt.

Und wo ist er jetzt?


CK: Ich befürchte, du hast ihn wieder ausgeschissen – hast ihn rausgeschmissen.

(Lachen) 

Aber etwas schräg find ich das Beispiel schon. Wäre das dann nicht gotteslästerlich?

CK: Und was ist jetzt der Unterschied zwischen dir und Gott?

Bin nur weiter verwirrt.

CK: Wohl, weil du es kompliziert willst.

Nein, ich hätte es gerne klar.

CK: Na ja, dann nimm deine Verschleierungsbrille ab.

OK, ich mach das mal und lausche.

CK: Ok, viele „Weisheitsbücher“ schreiben über das Ego. Viel Seminare wollen, dass du egolos wirst, das nennen sie dann womöglich Erleuchtung. Du kannst auch deine Hand loswerden, weil dir jemand erzählte du kannst dann besser mit der anderen zu arbeiten. Und ja, das stimmt, auch wenn du Rechtshänder bist und wir entfernen dir jetzt deine rechte Hand, dann ist ab sofort deine Linke die fittere und bald wird sie besser sein, als deine Rechte war. Nur macht das Sinn? Bist du dann ein fähiger, ein besserer Mensch? Wir können dir auch deinen Kopf abschlagen, dann bist du sofort egofrei. Nur, hast du dann deinen göttlichen Auftrag in deinem menschlichen Körper erfüllt?  Keine Angst, du bekommst einen Neuen und kannst weiter üben… Ob du einen menschlichen Körper bekommst wissen „wir“ noch nicht.

Aber bitte nicht einen Mauskörper.

CK: Oh, jetzt hast du deine Chance als Maus zu kommen deutlich erhöht… und da zeigt sich wieder der Unterschied zwischen dir und Gott…

Wie denn das jetzt?

CK: Ok, beginnen wir bei den Basics. Wir versuchen uns ein Bild von Gott zu machen. Dieses Muster brachte (angeblich) Moses schon in Rage. Sie tanzten um das goldene Kalb, als er mit den zehn Geboten kam. Er war so erschüttert von ihrer scheinbaren Dummheit, dass er die mühsam in Stein gemeißelten Gebote zertrümmerte und wieder den Berg Sinai hinaufging, nochmal meißelte und mit zehn Verboten kam.

Aber wir haben doch Gebote!

CK: Da steht Gebote, doch schau hin, da sind Verbote mit der Sucht, diese zu übertreten.

Wie das?

CK: „Achte und würdige das Leben, erkenne das Göttliche in allem, übe das täglich und freu dich über dein Erkennen“ ist ein Gebot, das deinem Leben eine erkenntnisorientierte Ausrichtung gibt. Du lernst wahrzunehmen und zu lieben. „Du sollst nicht töten“ gibt deinem Leben auch eine Ausrichtung: Plötzlich bist du mit Töten beschäftigt.

Moses kannte das Beispiel mit dem rosa Elefanten wohl nicht. Oder die Welt sollte diese Erfahrung machen. Ist doch ganz simpel: Die Mutter, die vom Elternseminar mit dem klaren Vorsatz nach Hause kommt „Ich schlage mein Kind nicht mehr“, wird ihr Kind mehr schlagen als zuvor.

Wenn sie jedoch mit einem neuen, klaren Weg nach Hause kommt, nimmt sie sich vor: „Wenn ich wieder mit meiner Wut, meiner Verzweiflung, meiner Hoffnungslosigkeit in Kontakt komme, fliehe ich nicht mehr in Gewalt. Ich setze mich zu meinem Kind und teile ihm meine Angst mit: Die Angst, dass es mir nicht gelingt, es auf einen guten Weg zu bringen und das es scheitert wie ich. Ich als Mutter zeige mich berührbar, „nackt“ vor meinem Kind und freue mich, was dann Neues sein mag …“

Wow! Ja, da kann ich jetzt was verstehen!

CK: Und, was ist der Unterschied zwischen Gott und dir?

Ja was denn?

CK: Nun, Gott versucht sich kein Bild von sich zu machen – das Göttliche ist ohne Gedanken, ohne Beurteilung, ohne Bewertung und ohne Verurteilung. Es ist ein Energieraum, den wir betreten und erleben können. Sobald wir ihn besitzen wollen, ist er weg. Dein Ego versucht besser zu sein als Gott. Dein Ego bewertet die Welt, lässt dich beschäftigt sein und in der Welt das in Ordnung bringen, was Gott falsch gemacht hat. Damit bist du voll beschäftigt und bedeutungsvoll. Du gibst dir die Bedeutung und spürst, es stimmt nicht. Dahinter ist ein Minderwertigkeitsgefühl, das dich vorwärts treibt um Bedeutung zu erlangen.

Dann brauchst du ein Umfeld, das deine Bedeutung bestätigt. Wie oft hörte ich bei Firmenberatungen: „Unser Hauptproblem ist, dass unser Chef zu wenig lobt! Das muss er wohl lernen, damit es hier besser klappt.“ – Es gefiel dem Kreis erst mal nicht, wenn ich dieses dumme Kindergartenspiel entlarvte (jetzt hab ich bewertet, nur es sind zwei Bewertungen: Kindergartenspiel und dumm – denn Kinder machen solche Spiele an sich nicht, außer Erwachsene haben es ihnen lang genug vorgespielt, dann imitieren sie es). Nun, es gefiel der Gruppe, die ich begleitete erstmal nicht, dass ich ihr unerlöstes Spiel entlarvte: Der Job eines Chefs ist nicht, die Mitarbeiter zu loben, es ist nicht sein Job ein gutes Betriebsklima herzustellen. Es ist nicht sein Job, das Doppelte oder Dreifache zu arbeiten, damit das Betriebsergebnis stimmt und die Mitarbeiter nicht merken, dass ihre Leistung ungenügend ist. Sein Job ist es auch nicht den Arbeitgeberanteil der Sozialversicherungen zu verdienen, damit die Arbeitnehmer das von ihm erhalten. Viele Chefs versuchen das jedoch. Hm, es kann nicht gelingen… Oder?

Also, was ist der Unterschied zwischen einem solchen Chef und Gott? Nun, Gott hat die Idee Überverantwortung zu übernehmen überhaupt nicht, auch wenn Menschen ihm das gerne anbieten. Menschen wollen gerne, dass Gott die Probleme ihres Lebens löst. „ES“, das Göttliche antwortet nur: „Diese Übungen sind ganz speziell für dich kreiert. Wir, das Göttliche mit allen Engeln, stehen bereit, dich zu unterstützen, so du uns bittest. Durch die Probleme durchgehen, sie meistern, das darfst du.“ In bestimmten Momenten, wenn dein Körper in Gefahr ist und du noch am Leben bleiben sollst, um weiter zu üben, greifen die Engel, beziehungsweise „ES“, ungefragt ein. Ansonsten reagieren sie eben nur auf unsere Bitte und in einer Art die stimmig ist. Dies ist hilfreich, damit du die göttlichen Lektionen lernst, damit dein göttliches Sein, dein Sein in Liebe sich weiter entfaltet … Du lernst den göttlichen Raum zu halten, ihn zu pflegen, ihn zu meistern…

Oh, und was steht da jetzt im Wege? Ich seh´s nicht.

CK: OK… Na ja, dein Ego! Dahinter stehen deine Ängste und in diesem Zusammenhang dein Minderwertigkeitsgefühl. Dazu kommt deine Gier mit dem damit verbundenen Wunsch bedeutungsvoll zu sein und das Verlangen, diesen von anderen bestätigt zu bekommen.

Diese ganz normale hoffnungslose Rallye fährt ein Großteil der Menschen. Noch keiner hat sie gewonnen. Keiner wird sie je gewinnen. Dieser Wunsch, Bedeutung zu haben, wird wohl auch nicht erfüllt sein, wenn du größer bist als Gott. Das ist wie der Wassertropfen, der aus dem Meer kam, zur Wolke wurde, ins Meer fällt und jetzt die Vision hat, größer zu sein als das Meer.

Ja, das hört sich ganz schön verrückt an. Und es scheint uns so normal. Die ganzen Statussymbole, das Auto das große Haus – klar größer als das, des Nachbarn oder das des befreundeten anderen Millionärs. Welch ein Irrsinn. In der 300 m2 Villa zu zweit und einsam in gegenseitigen Vorwürfen und nach außen happy spielen.  Welch ein Irrsinn, welcher Energieaufwand, welche Idioten wir doch sind! 

CK: OK, langsam! Es ist wunderfein, dies wahrzunehmen und auch den Zusammenhang zu sehen. In dem Moment, wenn deine Bewertung „Idioten“ dazu kommt, trennst du dich vom göttlichen Lehrplan. Du verurteilst dich und andere, das macht Gott nicht. Lerne von ihm er hat ein „JA“ zu allem was ist. Aus dem „JA“ gedeiht Neues.

Wie denn das?

CK: Nun, wie der Grundschullehrer, der seine Schüler am dritten Schultag beschuldigt, dass sie nicht lesen und schreiben können. Sein Ziel ist doch, dass alle Kinder auf der Welt lesen und schreiben können. Und es kommen jedes Jahr neue Kinder, die nicht lesen und schreiben können. Sein Ziel kann er erst erreichen, wenn keine neuen Kinder geboren werden. Da hat er wohl was vom Leben und dem Lebensweg nicht verstanden.

Wie wäre es, wenn alles so, wie es ist, in bester göttlicher Ordnung ist?

Wie? Alle Kriege, alles Morden, alles Leid, das geschieht ist in Ordnung?

CK: Das kann jetzt leicht missverstanden werden, deshalb bitte langsam: „JA“

Du bist verrückt! Wir müssen das doch ändern

CK: Ist es den Menschen schon gelungen?

Nein, aber…

CK: Genau, aber… Es ist so in Ordnung, auch wenn es unserem Verstand und Ego schwer fällt und es  wohl die höchste und wichtigste Übung auf dem Erlösungsweg ist: Ein göttliches „Ja“ dazu.

Erst wenn wir akzeptieren, dass das alles so richtig ist, dann öffnet sich der Kanal durch den Wandlung, Veränderung, gesundes Wachstum möglich ist. Der Hauptunterscheid zwischen dir und dem Göttlichen ist sein „Ja“ zu dem, was ist. Gott der Allmächtige ist allmächtig, weil er alles mag. Das sagt auch das Wort „Mag“. Im Herkunftswörterbuch steht: „Aus dem altgermanischen Wort „mag“ heraus entstand das Wort Macht und das Wort mögen.“ Jeder hat schon erfahren, im Großen und im Kleinen: Wenn ein „Nein“, eine Ablehnung da ist, sind wir ohnmächtig, also ohne Macht, nichts geht. Wenn wir ein „Ja“ haben, es annehmen, dann ist da Verbindung. Dann ist alles möglich. In der Welt wird im Kleinen und im Großen eine andere Meinung bekämpft – mit Worten und Waffen. Warum geht es darum, dass „mein“ Weltbild zur allgemeinen Wahrheit wird? Wenn sich „mein“ Weltbild als falsch herausstellt, stehe ich als Idiot da. Ich will doch Bewunderung! Also bleibt mir nur das Ausrotten der anderen Meinung übrig. Dazu gibt es tausende Beispiele, wie jetzt beim Islamischen Staat, wo hier ein Wahn und Minderwertigkeitsgefühle dahinter stecken.

Also dürfen wir nicht bedeutungsvoll sein?

CK: Doch klar, nur echte Bedeutung ist ein Abfallprodukt. Ein Produkt, das abfällt. Ein Produkt, das beim Sein einfach entsteht. Jedoch hat es erst wenig Bedeutung, es ist nicht das Ziel. Auch Liebe und Fülle sind alles Abfallprodukte, kein Ziel.

Wie das?

CK: Nun, wenn du einen wertvollen Beitrag hier leistest und Liebe teilst, dabei deine Liebesfähigkeit erhöhst, dann bekommst du womöglich für andere Bedeutung. Nur in diesem Fall ist es weder dein Anliegen, noch dein Ziel – es geschieht. Die Bewunderung, die du womöglich erhältst ist ok, hat wenig Bedeutung für dich und sie motiviert dich nicht hauptsächlich. Dein Motivator ist in Liebe sein und dieser Motivator liegt weit über den menschlichen Bedürfnissen nach Geltung und erfüllt mehr als ein großes Haus. Ein großes Haus kann nicht erfüllen – geteilte Liebe schon…

Das bedeutet?

CK: Na, dein göttliches „Ja“, zu allem, was ist und aus dem was ist, in Liebe gestalten. Sein, leben, lieben, dich immer weiter erinnern, was du wirklich bist. Dies teilen, Liebe leben, Liebe empfangen, Liebe teilen… Dann sehen, was da entsteht. Dich freuen und weiter Liebe teilen. Den Versuchungen der Anhaftung des Egos begegnen und sie erkennen, sie lieben, vorbeigehen lassen. Alles verliert seine alte Bedeutung, badet in Liebe …

Oh, da wird etwas in mir berührt und es erscheint mir als verrückt…

CK: Ja, du bist dann aus der verrückten Welt gerückt in Richtung von dem, was wirklich ist. Einige werden sich freuen, dich bewundern und beneiden. Die meisten werden sagen, „Jetzt bist du verrückt!“ Gibst du diesem Bedeutung, kann es geschehen, dass du eine Weile verrückt wirst, verwirrt zwischen den Welten. Gibst du dem keine Bedeutung berührt es dich kaum. Du gehst weiter und folgst dem Weg. „Es“ führt dich. Menschliche Bewertung, die vorher so bedeutungsvoll war, bekommt ihre Bedeutungslosigkeit wieder. Du ruhst im Göttlichen, liebst und teilst Liebe. Im Licht der Liebe fällt vieles Altes, jetzt Unnötiges ab, die Liebe bleibt. Die Essenz bekommt Raum, dehnt sich aus. Sie IST.

Sind wir dann noch lebensfähig?

CK: Ja, das Leben gelingt wunderbar! Es ist unbegreiflich, ob und wie das gelingen kann. Und es gibt eine Gefahr zwischen den Welten hängen zu bleiben. Deshalb ist die Ausrichtung wichtig, damit Orientierung da ist, besonders für dann, wenn es schwierig wird… Die Welt geht in eine Veränderung – leben wir das Neue oder verharren in Alten. Wenn wir an der alten Welt kleben, wird es schwierig.  

Bereit für das Risiko des Lebens?

Macht irgendetwas anderes Sinn?

Nicht wirklich, oder ist der Überlebenskampf sinnvoll und erfüllend? Die Bedürftigkeitsrallye, die Geltungsrallye, machen die wirklich Sinn oder sind sie Unsinn? Getrennt von unseren Sinnen?

Na, wenn wir zu Sinnen kommen und der Wahrnehmung/den Sinnen folgen, dann ist keine Trennung mehr zwischen Gott und uns.

So einfach?

CK: Ja, so einfach! Es ist eine tägliche, lebenslängliche, verzeihende und liebende Übung.

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